Interview Fränkische Nachrichten (FN)

Am vergangenen Freitag in der FN: TRAFFIC IM TAGEBUCH DER NEUZEIT.
Vielen Dank an Marcel Sowa von den Fränkischen Nachrichten für den super Bericht.

Traffic im Tagebuch der Neuzeit
Wie funktioniert überhaupt ein Blog? Was bedeutet Blogroll? Und Widgets? Traffic?
Mit diesem Fachchinesisch musste sich auch Anna-Maria Baier auseinandersetzen, als sie ihren Blog startete.
Von unserem Redaktionsmitglied Marcel Sowa

 

WALLDÜRN. Eigentlich wollte Anna-Maria Baier ein eigenes Kochbuch veröffentlichen. Mit vielen abwechslungsreichen Rezepten und bunten Bildern. Die Ernährung interessierte sie schon lange, irgendwann gehörte auch Fitness zu ihren Hobbys. Als sie schließlich die Leidenschaft fürs Kochen und Backen entdeckte, reifte in ihr der Entschluss, das Wissen, das sie sich angeeignet hatte, weiterzugeben. Doch ein eigenes Kochbuch zu veröffentlichen ist teuer und aufwendig, wie die 26-jährige Walldürnerin schnell feststellen musste. „Meine Mutter hat mich dann auf das Bloggen aufmerksam gemacht und gefragt, ob das für mich nicht auch eine Möglichkeit wäre. Ich hatte davon schon gehört, aber wie das Bloggen funktioniert, wusste ich nicht“, gibt Baier im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten zu. So wie ihr ergeht es vielen Menschen, die zum ersten Mal von einem Blog oder dem sogenannten bloggen hören. Wörter, die oftmals in den Medien oder im Internet herumgeistern, aber nicht jedem geläufig sind. Die 26Jährige erklärt: „Ich habe einfach mal angefangen und mich in diesen Bereich reingearbeitet.“ Das war im Februar, als sich die leidenschaftliche Köchin dem Bloggen widmete und in eine Welt eintauchte, die vielen fremd ist und suspekt erscheint.

 

Viele Themen und Varianten
Das Wort Blog ist dabei eine Abkürzung des englischen Begriffs „Webblog“. „Web“ steht für das World Wide Web, also das Internet, und „log“ bedeutet Logbuch. Grob gesagt handelt es sich beim Blog um ein elektronisches Tagebuch im Internet, indem die Blogger–die Nutzer– alles Mögliche eintragen und veröffentlichen können. Ob persönliche Gedanken und Erlebnisse, Tipps und Tricks, Berichte über Musik, Sport, Reisen oder Nachrichten oder einfach nur als Diskussionsplattform: Blogs gibt es zu vielen Themen und in unterschiedlichen Variationen. Wer sich dazu entscheidet, ein eigenes „Tagebuch“ zu erstellen, sucht sich zuerst einen der zahlreichen Anbieter aus und baut sich dann seinen eigenen Blog. Ein Projekt, das jedoch nicht von heute auf morgen sofort gelingen kann, denn es gibt viele Dinge zu beachten (siehe Info-Boxrechts).Eine Erfahrung, die auch Baier machen musste. „Ich war mir anfangs total unsicher und wusste nicht, was ich machen darf und was nicht“, sagte die Walldürnerin, die beruflich im Controlling und Rechnungswesen aktiv ist. Sie habe viel recherchieren müssen, da man zum Beispiel nicht einfach so ein Bild aus dem Internet für seinen eigenen Blog nehmen dürfe. „Am Anfang fühlt man sich ,erschlagen’ von den vielen Möglichkeiten. Vor allem bei den Urheberrechten von Bildern oder beim Datenschutz gibt es einiges zu beachten. Man darf ja nicht einfach so ein Bild aus dem Internet für seinen Blog benutzen.“

 

Weniger ist mehr
Baier hatte sich dazu entschieden, eine „Kombination aus Ernährung, Fitness und Kochrezepten“ in ihrem Blog zu behandeln. Themen, die bereits in vielen Blogs aufbereitet werden. Angesprochen auf die große Konkurrenz sagt die 26-Jährige:„Mir ist aufgefallen, dass es viele Blogs für vegane Ernährung gibt, aber nicht für vegetarische. Außerdem werden oft Rezepte angeboten, für die man viele Zutaten braucht. Wenn man aber abends nach der Arbeit nach Hause kommt, hat man nicht mehr viel Zeit und Lust, zehn Gemüsesorten zu beschaffen und sie alle für ein Gericht zu benutzen“, sagt die Walldürnerin und glaubt, dass es in diesem Bereich noch Potenzial gebe. Ein mulmiges Gefühl hatte sie schon, als sie ihren Blog „Eat Train Be Fit“ im April nach wochenlanger Vorbereitung online stellte. „Ich wusste nicht, welche Kritiken ich erhalten würde. Doch bisher habe ich nur positives Feedback erhalten, das treibt mich an weiter zu machen. “Im ländlichen Raum sei das Thema eher unbekannt, die meisten Blogger kämen aus den Großstädten und daher sei dort das Bloggen viel stärker vertreten.

 

Probleme mit den Bildern
„Ich bin ein Typ, der nie zufrieden ist, und so entdecke ich immer etwas, das ich verbessern möchte“, so Baier. Stolz ist sie dennoch auf das Erreichte. Vor allem bei den Bildern hatte sie anfangs Schwierigkeiten, das Essen ansprechend zu fotografieren. „Das war eine meiner größten Herausforderungen.“ Dass sie wie andere Blogger monatliche Seitenaufrufe in Höhe von 30000 bis 40000 habe, könne sie nach drei Monaten nicht erwarten. Circa 5000 bis 10 000 Aufrufe setzt sie sich zum Ziel, das sie in einem Jahr erreichen möchte. „Ich mache das alles nur als Hobby und nicht, wie andere, beruflich. Je mehr man sich unter Druck setzt, desto mehr geht die Leichtigkeit verloren“, glaubt sie. Daher wolle sie sich keine großen Ziele setzen und weiterhin einfach nur Spaß haben mit ihrem „Tagebuch“.

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